Sonntag, 28. Februar 2016

der schuß ins knie ...



der fall:

pierrette ist eine halitosisbehaftete attraktive end- ( sie sagt mit- )fünfzigerin und führt libidobedingt aus olfaktorischen gründen immer ein mundspray mit sich ( ihr motto ist carpe diem ). 

an einem der iden des märz gelegenen abenden hat sie ein rendez-vous mit einer internet bekanntschaft, dem caesar's ihrn brutus. sie freut sich auf ihn und will den abend weder durch ihren halitus noch habitus ruinieren..

sie will brutus deswegen unter anderem mit einem ( eher nicht ) atemberaubenden odem interessieren und entschließt sich, ihm im wahrsten sinne des wortes des seines atems zu berauben ( für die zu beraubende unschuld ist er wiederum zu alt ).

dies unterfangen angehend begibt sie sich zu einem nahegelegen drogeriemarkt und sucht aphrodisierende mundsprays.

dort steht sie vor dem entsprechenden sexy mundspray regal und sucht ein gefälliges. sie schaut sich riechender weise verschiedene an und zieht dann zum vergleich ihr eigenes aus der tasche, das sie immer mit sich führt. sie vergleicht das mundspray ihrer wahl aus dem regal mit dem ihrer tasche und steckt letzteres wieder ein.

in diesem moment kommt stephane ( der als jäger vor erklimmen des hochsitzes noch nach kimme und insbesondere korn im supermarkt sucht ) um die ecke und sieht, wie pierrette vor dem mundspraystand stehend, eines ( nämlich ihres, was stephane ja nicht weiß ) in die tasche steckt und ohne zu zahlen die kasse passiert.

von eifer geweckt verfolgt er sie und stellt sie vor dem supermarkt zur rede. sie entwindet sich seinem griff und will sich zu ihrem auto begeben, um sich zu entfernen. stephane weiß, daß er mit seinem mofa keine chance gegen pierrette´s lada hat, holt seine flinte aus dem mofakorb und schießt ihr von hinten in die knie, um sie am weglaufen zu hindern ( außerdem hätte er gerne pierrette´s adresse, vielleicht könnte da ja was laufen - aber das sagt er dem staatsanwalt nicht ).

staatsanwalt meint ...

nach § 127 abs. 1 satz 1 der strafprozessordnung ist jedermann ( und nicht nur der von hugo von hofmannsthal berufene ) befugt eine person ohne richterliche anordnung vorläufig festzunehmen, wenn diese person auf frischer tat betroffen oder verfolgt wird und wenn sie der flucht verdächtig ist oder ihre identität nicht sofort festgestellt werden kann.

unser staatsanwalt läßt es genügen, dass so starke verdachtsmomente vorliegen, dass sich stephane eine straftat der pierrette geradezu aufdrängt. er begründet dies unter anderem damit, stephane dazu zu motivieren strafverfolgend tätig zu werden. würde man nun das vorliegen einer tatsächlichen tat voraussetzen, besteht die gefahr, dass er eher zurückhaltend vom festnahmerecht gebrauch macht. dies würde der intention des gesetzgebers widersprechen, die zivilcourage zu fördern.

kling sagt ...

so einfach ist das nicht !

da die festnahme oft dem teeren und federn vorausgeht, hat man sich in unseren landen für das motto << weg von der selbstjustiz >> entschieden.

trotzdem berechtigt das jedermannunddamitauchstephanesfestnahmerecht zwar zunächst einmal auch selbigen dazu, die pierrette unter beachtung der verhältnismäßigkeit ( soweit zum schuß ins knie ) festzuhalten und die personalien festzustellen. dies gilt übrigens dann nicht, wenn stephane die pierrette schon kennt ...

der diebstahl muß aber feststehen und stephane muß deswegen gesehen haben, daß pierrette das letztlich eingesteckte mundspray auch zuvor aus dem regal entnommen hat.

da sich pierrette ( nicht nur in aber auch ) in der regel dem festhalten entziehen möchte, sind auch leichte körperverletzungen und sachbeschädigungen vom festnahmerecht gedeckt - blauer fleck ok, schuß ins knie ohje !

letztlich muß stephane pierrette auch strafrechtlich verfolgen wollen - nur um die adresse der attraktiven endfünfzigerin in erfahrung zu bringen, um sie sich selbst einverleiben zu wollen, wäre nicht vom festnahmerecht umfaßt ( obwohl schon so mancher mann sich legal von seiner zukünftigen ehefrau verhaftet sieht ).

dann aber ist die polizei zu rufen, oder - wenn es kein telephon gibt - pierrette zur nächsten polizeiwache zu verbringen.

auf keinen fall gestattet wäre aber eine wilde verfolgungsjagd zwischen stephane´s mofa und pierrettes lada durch die straßen einer stadt. denn die vorschriften zum straßenverkehr dienen dem allgemeininteresse und werden durch das festnahmerecht nicht gedeckt. allerdings dürfte stephane pierrette den fahrzeugschlüssel ( auch mit leichter gewalt ) wegnehmen.

also, was lernen wir ?

  • straftat muß feststehen ( wäre hier nicht der fall )
  • täter muß versuchen, sich unerlaubt zu entfernen ( hier könnte stephane sich zu seinen gunsten irren )
  • einfache gewalt nur, wenn sich täter wehrt ( hier wäre und hätte er im wahrsten sinn des wortes über das ziel hinausgeschossen )
  • festnahme muß von festnahmewille gedeckt sein ( wenn stephane auch pierrette´s adresse will, hier nicht zutreffend )

was übrigens passiert wäre, wenn pierrette - sich gegen die festnahme wehrend - dem stephane mit dem mundspray in die augen gesprüht hätte, daß dieser erblindet, klären wir mal in einem anderen post ...

bleibt mir gewogen ...
euer kling




Donnerstag, 25. Februar 2016

der sperrmüllfall



der fall:

stephane ist vorsitzender des kegelclubs in seinem wohnort und betreut außer außergeschlechtlicher weise den ehefrauen der neun vereinskegel auch das neunkegelvereinsheim. nach einer durchzechten nacht hat er sich neben einem beim kegeln ausgekugelten arm auch betrunkener art und weise dergestalt an der einrichtung zu schaffen gemacht, daß nun eine totalrenovierung des vereinshauses ansteht.

die eifersüchtigen vereinsmitglieder bestehen darauf, daß er die kosten zu tragen hat. stephane entschließt sich deswegen, sich neu einrichtender weise auf dem sperrmüll zu bedienen, der an diesem abend in seiner straße stattfindet.

mit seinem bollerwagen durch die straße ziehend, hier und dort ein stühlchen oder ein tisch´chen aufladend, gelangt er schließlich an das haus der pierrette, einer gescheiterten kunstmalerin. diese hatte mehrere ihrer epochalen kunstwerke zur abholung durch die müllabfuhr bereitgestellt, weil weder sie noch die nachwelt diese als weder kunst- noch wandgerecht zu bezeichnen vermochten.

spontan kommt stephane auf die idee, das keglerheim mit pierrettes gemälden zu zieren und bedient sich neben der am straßenrand stehenden gemälde auch zweier farbverspritzter stühle, die pierrette als palette nutze.

pierrette, farbrührend am fenster stehend, sieht die dreistigkeit des stephane und eilt vor die tür, um ihn an der mitnahme der künstlerischen machwerke und der stühle zu hindern. dieser stellt sie aber nicht zurück weil er die bilder behalten will und entfernt sich.

tage später wird er von der polizei ermittelt, weil er die bilder über eine internet plattform versteigern will.

der staatsanwalt meint ...

klarer fall, diebstahl, die bilder gehören entweder ( immer noch ) pierrette oder ( schon ) den städftischen entsorgern, keinesfalls aber stephane.

kling sagt ...

so einfach ist das nicht !

zunächst mal haben wir juristen eine tolle definition für sperrmüll, die sich sicherlich für den einen oder anderen bollerwagen ziehenden sammler nicht recht erschließen will.

diese steht nachvollziehbar in der abfallsatzung ( kann auch so ähnlich heißen ) und sagt:

sperrmüll ( gewußt ? nullplural -> einzahl = mehrzahl ), sind feste abfälle, die typischerweise in privaten haushaltungen anfallen, die wegen ihres umfanges oder ihres gewichtes auch nach zumutbarer zerkleinerung nicht in die im entsorgungsgebiet vorgeschriebenen behälter passen und getrennt vom hausmüll eingesammelt und transportiert werden ( also das sage nicht ich, sondern die satzung ). 

nach der zweckdeutung dieser vorschriften gibt deswegen die pierrett'sche sperrmüllentledigerin nicht etwa ihr eigentum auf ( dann dürfte stephane das ohne probleme mitnehmen ), sondern stellt es ausdrücklich durch die mitnahme der offiziellen entsorger - und nur dieser - bereit.

dies ist die offizielle haltung der städtischen entsorgungsbetriebe, so daß stephane hier sowohl an den bildern als auch den stühlen einen diebstahl begangen hat.

tatsächlich hat bislang noch kein gericht einen bollerwagen ziehenden mülldieb verurteilt, aber ein gewisser grundsatz hat sich doch herausgebildet.

bei allgemeinen gegenständen, zB stühlen, tischen, etc dürfte das tatsächliche interesse des sich der müll entledigenden gering sein, ob der stuhl auf dem müll oder in stephane´s vereinsheim zwischen den kegeln landet.

bei höchstpersönlichen gegenständen ist das allerdings anders. hierzu gehören zB kontoauszüge, briefe, etc ( wobei allerdings der, der seine kontoauszüge auf den sperrmüll wirft, wenig mitleid verdienen dürfte ). und dazu gehören auch kunstwerke, die ein künstler eben gerade nicht für die nachwelt erhalten wissen will.

deswegen darf stephane das vereinsheim mit den stühlen der pierrette schmücken, die bilder aber hat er rechtswidrig entwendet, also gestohlen ...

bleibt mir gewogen
euer kling




Dienstag, 23. Februar 2016

der beleidigte beamte in der parklücke



der fall:

stephane will sich bei hannes resterampe 30 qm teppichboden für den spa bereich seiner einzimmer wohnung kaufen und fährt mit seinem freund und dessen suv in die stadt. vor der rampe des hannes ist alles vollgeparkt, aber justament beim passieren fährt ein auto hinter ihnen raus. stephane springt aus dem auto und sagt zu seinem freund, er solle schnell um das carré fahren, er hält solange die parklücke frei. er ließ den worten die tat folgen und stellt sich in die parklücke.

weil es in hannes resterampe heute zahnpasta für 30 cent die tube gibt, die tubenpaletten sich aber dem ausverkauf entgegen neigen, kommt es zu erdrückenden querelen zwischen den karies gefährdeten tubisten, weshalb hannes die polizei gerufen hat.
 
die zufällig mit dem nichtmarkierten dienstwagen auf zivilstreife befindliche pierrette kommt eiligst an den tatort um zu vermeiden, daß noch einer der randalierenden kunden intubiert werden muß. sie will vor ort in den freien parkplatz einfahren, wird daran aber von dem wie eine rampensau zeternden stephane gehindert, der den platz nicht freimachen will. er braucht den parkplatz zwar nicht für eine palette dreifarbiger zahncreme aber immerhin für das verladen von 30 qm teppichboden - was mit mühe verbunden ist ...

selbst, als pierrette sich als beamtin zu erkennen gibt, räumt er nicht das feld und beleidigt sie sogar noch mit den worten << du kannst mich mal ... >>. die in der nähe pasta essenden kollegen der pierrette kommen, lösen den passablen aufstand auf und erstatten anzeige gegen stephane.

der staatsanwalt meint ...

stephane hätte zwar kurz im rahmen legalen zivilen ungehorsams die parklücke freihalten, aber keinesfalls einen beamten beleidigen dürfen. die beamtenbeleidigung sei ein schweres delikt, welches sich nahezu dem widerstands gegen die staatsgewalt annähert und immerhin nicht << irgendein zahnpastabedürftiger >> beleidigt wurde - und schon gar nicht mit aufforderungen der anusnutzung !

kling sagt ...

da irrt sich der mit gesunder mundflora gesegnete staatsanwalt.

wer zuerst kommt, parkt gerade nicht zuerst. das freihalten der parklücke durch stephane stellt sich gegenüber dem einparkungswilligen als nötigung dar ( dieser dürfte übrigens auch - wenn der zufall es wollte - nicht rückwärts in die parklücke einparken, während pierrette zum xTen mal versucht, vorwärts einzuparken ).

diesem zugegebener maßen unverhohlenem chauvinismus zum trotz hat stephane sich aber nicht der beamtenbeleidigung strafbar gemacht ... 

zwar ist die beleidigung nach § 185 stgb strafbar - dies gilt aber für jeden. eine speziell die beleidigung beamter betreffende norm gibt es nicht. sogar wenn es sich bei dem beamten um einen polizisten handelt ( ja, auch hier gilt das gleichstellungsprinzp - vgl zB kommissar thiel, der immer sagt << frau staatsanwalt >> ), gibt es keine sondernorm.
 
also wird hier stephane nur ( aber immerhin ) wegen der beleidigung bestraft werden können.

allerdings wird das auch hier mit zweifeln behaftet sein können, denn er hat ja nicht gesagt, was die beamtin ihn könne - der anuszusammenhang ergibt sich nur aus der landläufig gefolgerten fortführung des statements, aber ausgesprochen wurde es nicht ... ( ob dies allerdings der zuständige einzelrichter beim amtsgericht auch so sieht ? )

bleibt mir gewogen ...

euer kling 



Sonntag, 21. Februar 2016

 der vermummte karnevalist ...

der fall:

stephane ist leidenschaftlicher karnevalist in seiner nicht gerade als karnevalistische hochburg bekannten kleinstadt im rheingau. gemäß dem motto << meins bleibt meins >> hat er sich im lauf der jahre eine stattliche anzahl von jeckenkostümen zugelegt, die er sorgfältig sammelt und weder tünnes noch schäl zu leihen vermag.

dieses jahr entscheidet er sich, am rosenmontagsumzug sein ihm von seinem verstorbenen freund taxi edgar vererbtes ganzkörperkostüm << känguru >> zu tragen, welches neben einer über das gesicht zu ziehenden schnauze auch mit einer gewaltigen rückenwirbelverlängerung und einem passablen beutel ausgestattet ist.

dermaßen kostümiert, fährt er mit seinem auto in die stadt und nimmt zur begeisterung der rheinischen aborigines als känguru an dem umzug teil. auf der rückfahrt wird er - obwohl nüchtern - angehalten ( ok, welches känguru fährt schon auto ? ). wegen seiner teilnahme am umzug und des fahrens unter kostümeinfluß wird er seitens der ( übrigens ja irgendwie auch kostümierten ) beamten angezeigt.

der staasanwalt meint ...

ein faschingsumzug ist eine öffentliche versammlung unter freiem himmel und durch das ganzkörper kostüm ist stephane allenfalls als känguru jack erkennbar, aber nicht als stephane. er hat sich deswegen nach § 17a des versammlungsgesetzes wegen verstoßes gegen das vermummungsverbot strafbar gemacht.

kling sagt ...

so einfach ist das nicht !

richtig ist zwar, daß es bei öffentlichen versammlungen unter freiem himmel verboten ist, eine aufmachung zu tragen, die die feststellung der idendität erschwert - oder im falle unseres kängurus sogar verhindert ...

insoweit läge hier ratio legis tatsächlich ein verstoß gegen das vermummungsverbot vor. aber vor § 17a steht halt noch der § 17, der ausnahmen vorsieht. dazu gehören insbesondere traditionelle volksfeste und damit auch faschingsumzüge inklusive verkleideter kängurus. stephane wäre deswegen wegen der teilnahme am umzug nicht zu bestrafen !

er ist aber mit einer ganzkopfkänguruschnauzenverkleidung zum umzug gefahren und hat damit - wie es nun mal bei kängurus so üblich ist - sowohl sicht als auch gehör beeinträchtigt. das aber ist ( vielleicht nicht in australien, aber im rheingau ) nach § 23 stvo eine ordnungswidrigkeit und bußgeldbewehrt.

also wird stephane´s kängurubeutel immer noch durch ein bußgeld geleert werden !
 
bleibt mir gewogen ...



euer kling 

Donnerstag, 18. Februar 2016

der pilz zuviel ...

der fall:

stephane ist ein leidenschaftlicher pilzsammler und hat seine pilz´schen erkenntnisse aus dem blog << pilz und schlumpf >>. er lebt in der kommune 11 auf dem obermaier´schen land, die sich von gemüsezucht ernährt und vegetarisch lebt ( ps: streitfall - ist der pilz vegetarisch ? aber das ist ein anderer blog, der weder mit kling noch stephane zu tun hat )

jede woche jedenfalls geht stephane zwei bis drei mal zusammen mit seiner ökugruppe in den nahegelegenen wald und sammelt zu spitzenzeiten bis zu 12 kg pilze pro woche, die er auf nahegelegenen wochenmärkten verkauft. die kommune 11 finanziert damit ihr heizpilzprojekt. antiautoritär wie er ist hat sich stephane auch keine genehmigung des städtischen oberpilzwächters bei der wiederum unteren naturschutzbehörde eingeholt.

die im selben wald auf pilzpirsch befindliche pierrette ärgert sich, daß von stephane´s pilzmafia ( wie sie zu sagen pflegt )  immer alle pilze schon gepflückt und abgeschnitten sind. sie wendet sich deswegen an den oberförster, der die vorgesetzte ordnungsbehörde über das schamlose und eukaryotenfeindliche treiben des stephane informiert.

der staatsanwalt meint ...

stephane ist ein glückspilz, denn er ist für pilze nur dann zuständig, wenn der pilzgenuß mit letalem ausgang behaftet ist. trotzdem wird diese seine unzuständigkeit für stephane keinen pfifferling wert sein, denn er hat mit einem nicht unerheblichen bußgeld der ordnunsgbehörde zu rechnen und gibt das verfahren an selbige zur verfolgung der pilzbehafteten ordnunsgwidrigkeit ab.

kling sagt ...

von schwammerlpflückern begangene straftaten schießen zwar nicht wie pilze aus dem boden, aber hier hat stephane doch ein atompilzgroßes problem.

ein blick in § 2 bundesartenschutzverordnung in verbindung mit bundesumweltschutzgesetz und forstverbindlichen regelungen zeigt, daß auch << legale und mit ausnahmen versehene pilze >> nur in geringen mengen gepflückt werden dürfen. selbst die sammlerfreudigste pilzrechtsprechung vermag maximal 2 kg pro pilzsammeltag zu tolerieren. die liebe zum pilz darf landläufig nur dann durch den magen gehen, wenn die täglich gesammelte menge ein oder zwei pilzmahlzeiten ( pro nunmehr gesättigter person ) betrifft. alles darüber führt zu einem << gewerblichen >> pilzsammler. 

verstößt man nun dagegen, so können ggü dem gewerbepilz mannigfaltige bußgelder über die ordnungsrechtlichen vorschriften verhängt werden, die bis zu einem vierstelligen bereich in das finanzielle pilzpolster reichen dürfen. daneben ist auch das feilbieten der pilze auf dem fliegenden pilzmarkt mit einem bußgeld verbunden ...

insoweit kann also durchaus auch der genuß eigentlich speiseverträglicher pilze - zumindest finanziell - durchaus auf den magen schlagen ..

was mit dem gastwirt passiert, der diese pilze ankauft und gegebenenfalls ( versehentlich ) den hungrigen gast unter die pilze schickt, lesen wir in einem anderen post. da wäre dann wieder der staatsanwalt zuständig, denn wie sagt agatha christie: wenn irgendwo pilze schmoren, wird der kriminalist unweigerlich hellhörig ...

bleibt mir gewogen ...
euer kling

Dienstag, 16. Februar 2016

 hinweis - der abtrünnige staatsdienerliche protagonist !

nun, geneigte leser des kling´s blog - ab donnerstag wird´s ja wirklich ernst und sozusagen kurz vor knapp mußte ich auf grund bestätigter zeugenaussagen das bild eines meiner protagonoisten - nämlich des staatsanwaltes - revidieren ...

der staatsanwalt ist ja sehr wichtig für diesen blog, denn er vertritt ja die meinung des öffentlichen anklägers; da ich aber auch ab und an als der verteidiger kling recht haben will ( und vor allen dingen muß und recht habe ), gilt es dessen bild zu revidieren !

obwohl kling´s blog noch recht jung ist, bekam ich schon rückmeldungen, daß mit dem staatsanwalt einiges nicht stimmen könne und dessen exzellenten kenntnisse auch von eigennutz geprägt wären ...

tatsächlich muß man ihn wohl als genial bezeichnen, aber aufgrund seiner herkunft ( die mutter: in deiner ersten wohnung mußt du aber wirklich brokatvorhänge haben ) stand zu besorgen, daß er sich etwas von der realität entfernte und zu komischen rechtsauffassungen neigt, die aus sicht des strafverteidigers ( also eures kling ) so nicht zu halten sind !

nun, wie wir als anwälte ( also gerade nicht im staatsdienst ) nicht geneigt sind, alles zu glauben, sind entsprechende zeugenaussagen zu suchen; und tatsächlich, hier sind sie ...

1) übereifrig meldete sich die 86jährige tante des staatsanwaltes per e-mail bei mir und teilte mit, daß er schon in jungen jahren ein unangemessenes geltungsbedürfnis entfaltet hätte; unter hinweis auf die vorderpfälzische kerweverordnung ( VPfKwVO ) hat er geld für mehr als 10 mohrenköpfe begehrt ( dies sei unter § 10 dieserVO - tantenverordnung ) geregelt. würde sie ihm dies nicht gewähren stünde zu besorgen, daß sie ihre dritten zähne nicht mehr finden könnte ...

2) ähnliches brachte uns der großcousin zu gehör, der unter verweis auf die fliegenfischerverordnung ( ffVo ) darauf aufmerksam machte, daß sein staatsanwaltschaftlicher großcousin ihm die larven aus der tupperschüssel entwendete und für den fall, daß er dies als larvendiebstahl meldet, eine ( natürlich unberechtigte ) beschwerde beim großonkel als vorsitzender des larvenschutzverbandes zugunsten noch zu fangender fische ( SVnzfF ) anbringen würde ...

3) verbleibt die aussage der mutter dahingehend << ja, er ist halt so, aber wir lieben ihn halt ... )

nun, den staatsanwalt jetzt hinsichtlich seiner fürderhin einzunehmenden rolle richtig gestellt, steht uns jetzt nichts mehr im wege, ab übermorgen den wilden pfaden des strafrechts zu folgen ...

die gleichen unter gleichen !

und übermorgen geht´s dann wirklich los mit den unglaublichen fällen aus der welt des strafrechts !

bleibt mir gewogen
euer kling
 






Montag, 15. Februar 2016

 ein blog stellt sich vor ...


hallo geneigte leser von kling´s blog ...

nach langen ringen habe ich mich entschlossen, mit meiner kanzlei unter die blogger zu gehen und dies ja auch in der letzten woche angekündigt.

viel gelesen, wie man einen blog aufbauen soll, was man schreibt und / oder nicht, was ihr - neugierige leserschaft - gerne lesen wollt, etc, etc, etc ...

viele blogs angeschaut ( auch seltsame ), meine einzige vertraute, nämlich meine frau gelöchert und war dann doch so schlau wie vorher !

spannend auch die frage, wie oft ein blogger überhaupt posten soll, geht von zweimal im monat bis hin zu mehrmals täglich ( war also auch nicht hilfreich ).

also schreibe ich den blog so, wie ich gerne selbst einen lesen würde und lasse euch daran teilhaben, wenn ihr wollt.

skurile und / oder interessante rechtsfälle, gepaart mit posts mit wichtigen infos im leben des bürgers vor dem oftmals drohenden knappen gesetzesübertritts ...
damit das ganze nachvollziehbar ist, werde ich immer einen fall vorstellen ( der fall: ), dann die auffassung des staatsanwaltes ( der staatsanwalt meint ... ) und dann die stellungsnahme des verteidigers ( kling sagt ... ) darbieten. und letztlich sollt ihr mir gewogen bleiben !

wir haben vier protagonisten als dauergäste in diesem blog, nämlich stephane ( der täter ), pierrette ( das opfer ), den staatsanwalt und den kling.
also, laßt uns diese vier kennenlernen:

- stephane, der täter

stephane ist das strafrechtliche alter ego zu einem chamäleon - also eine äußerst wandelbare figur, die mal aus geordneten verhältnissen stammt, mal ist sie in sozialen brennpunkten aufgewachsen.

je nach fall mutiert stephane vom teen über den heranwachsenden bis hin zum erwachsenen und manchmal sogar zum rentner ... sollte es darauf ankommen, kann stephane sogar die nationalität wechseln.

soweit es der fall vorsieht, muß stephane sich auch dem harten los des transsexuellengesetzes unterwerfen ( ihr glaubt nicht, was es da für fälle im leben des strafverteidigers gibt ).

außerdem kann man ihn verurteilen, so oft man will, er taucht doch immer wieder als täter auf. also aus sicht des strafverteidigers ein durch und durch symphatischer typ ...

- pierrette, das opfer

als junger student der jurisprudenz gab es in unseren strafrechtsvorlesungen ein verklausuliertes opfer, nämlich die beerenfrau, eine schöpfung meines damaligen professors dr olaf miehe, leiter der rechtsfakuiltät unserer heißgeliebten ruperto carola in heidelberg.

die beerenfrau war ende 50, in einen jäger verliebt und hauptberuflich - wie es der name sagt - beerensammlerin im odenwald, die sie dann auf wochenmärkten feilbot. sie wurde nun das opfer sämtlicher straftatbestände des strafgesetzbuches und wurde betrogen, beraubt, bestohlen, vergewaltigt und ermordet sowie vieles mehr.

sie war auch das opfer von verwechslungen des ebenso liebenden wie auch geliebten jägers im wald, der mal versehentlich sie statt das reh erschoss , sie für den zu tötenden liebhaber ihrer selbst hielt oder gar sie als ausgeburt ihrer untreue erschoß. die liebe des jägers ging sogar so weit, daß er eigentlich die konkurrierende ( andere ) beerenfrau erschießen wollte, dann aber seine eigene heißgeliebte beere(nfrau) traf.

pierrette hat etwas übernatürliches an sich, denn so oft sie auch geschändet, mißhandelt, ihrer gliedmaßen oder sinnesorgane beraubt oder gar getötet wird, ihr verlangen nach der opferrolle verleiht ihr viele leben und ewige - zumindest blogmäßige - daseinsberechtigung ...

pierrette nun ist die beerenfrau in kling´s blog, allerdings mit der besonderheit, daß sie - wie unser täter stephane - neben ewigem leben und körperlicher unversehrtheit je nach fall die unglaublichsten veränderungen in herkunft, alter und / oder nationalität durchleben muß.

- der staatsanwalt, der seine auffassung vertritt

dr wilhelm schramm ( alias martin held ) aus dem film << rosen für den staatsanwalt >> können wir natürlich nicht nehmen, denn der wird ja am ende des films als verbrecher überführt.

den zur zeit prominentesten staatsanwalt aus der deutschen fernsehwelt, oberstaatsanwalt bernd reuther ( alias rainer hunold ) aus wiesbaden geht auch nicht, denn erstens arbeitet er in hessen und zweitens ist er zu prominent ( sie wissen ja, ein staatsanwalt gehört der objektivsten behörde der welt an und ist jeglicher prominez abhold ).

deswegen einigen wir uns auf einen jungen und dynamischen vertreter der strafverfolgungsbehörde. er hat exzellente kenntnisse der einschlägigen obergesetzlichen rechtsprechung, versteht die welt als mikrokosmos, ist finanziell ungebunden, ohne beziehung und liebt seine familie.

- kling, der strafverteidiger, der erklärt, was nun stimmt

kling ist musizierender strafverteidiger in einer süddeutschen kleinstadt, hat vor seinem jurastudium musik ( ok, kontrabaß und klavier ) studiert und liebt neben seiner verehrten frau ( die hier übrigens als opfer pierrette herhalten muß ) seinen beruf, aber auch frankreich ( deswegen heißt unser täter stephane und das opfer pierrette ), jazz und rotwein.

nach über 20 jahren im dienste des strafrechts ( und vor allen dingen als vater zweier erwachsener töchter nebst großvater ) der gewachsenen auffassung und festen glaubens, daß es nichts gibt, daß es nicht gibt und im beruf einzig und allein der maxime << verteidigung ist kampf - kampf um die rechte des beschuldigten >> unterworfen.

wie sähe also ein typischer post aus ? ungefähr so:

der fall:

stephane ist ein (un)typischer einzelgänger und lebt in einem idyllischen dorf im westerwald. hausmeister in zwergschule der gemeinde, haus von eltern geerbt, gläubiger altkatholig, nur zusammen mit schäferhund, den er bezeichnender weise in erinnerung an seine jugend lassie nennt. größter feind ist pierrette, die bei den nachbarn ein- und ausgeht, ihn immer mißachtet, wobei er sie doch heimlich liebt.

an einem sommerabend feiert pierrette wieder bei den nachbarn, man hört den stern, der ( nicht ) seinen namen trägt und trinkt aus großen bechern sangria mit dem strohhalm. stephane kann das alkoholgelage der nachbarn mit pierrette genau von seinem wohnzimmer beobachten - er sieht gut, denn wie immer hat er das licht aus und beobachtet pierrette gerne.

geht dann doch um 22:00 mit lassie gassi, weil er sieht, daß auch pierrette sich anschickt zu gehen. tatsächlich verläßt auch pierrette das anwesen, steigt ins auto und überfährt beim ausparken lassie - natürlich mit letalem ausgang ( für lassie ). stephane nimmt die hundeleine und würgt aus zorn pierrette ( nunmehr mit für sie letalem ausgang ), die sich eigentlich entschuldigen wollte und deswegen ausstieg.

die polizei wird von den plötzlich nicht mehr dem belcanto fröhnenden nachbarn gerufen und nimmt stephane fest. er schweigt, wird aber der täterschaft des tötungsdeliktes überführt, der psychologe stellt im gutachten volle schuldfähigkeit fest.

der staatsanwalt meint ...

klarer fall, niedrige beweggründe ( haß auf pierrette ) als mordmerkmal, ging schon mit dem vorsatz aus dem haus, dieses mal der pierrette zu zeigen, wo lassie den knochen holt. hund extra deswegen nicht angeleint, um mit der leine pierrette angehen zu können, ein anlaß ergibt sich sicherlich. sie saß allerdings schneller als er dachte im auto und auch lassie sprang wider erwarten hinter selbiges und ergab sich dem gewicht des mini cabrio -  lassie insoweit kollateralschaden. er jedenfalls schon mit absolutem vernichtungswillen, was pierrette betrifft, aus dem haus gegangen und sich bietende gelegenheit wahrgenommen.

kling sagt ...

da wird der staatsanwalt pech haben. da stephane schweigt, weiß man nicht, was letzten endes in seinem kopf  ( der jurist sagt beifallsheischend seinem forum internum ) vorging.

natürlich hat er pierrette gehaßt, aber er geht immer uneingeleint mit dem hund aus dem haus und überhaupt hat er garnicht auf das geschehen im nachbarhaus geachtet - kann jemand etwas anderes beweisen ? klar hat er dann im plötzlichen zorn ob lassies ableben die nerven verloren und pierrette erwürgt. dies ( und nur dies ) gibt er letzten endes über seinen verteidiger zu und es tut ihm ja auch leid. außerdem hat der gutachter das ganze falsch gesehen und ihn sowieso immer falsch verstanden - jedenfalls konnte er nichts anderes in der exploration darlegen.

das gericht wird letzten endes kein mordmerkmal nachweisen können und verurteilt deswegen den stephane nur wg totschlags. immerhin kein lebenslang ( das wiederum erkläre ich in einem anderen post ) ... 

nun, so ungefähr sähe ein post aus. natürlich ist dies nur eine blasse vorstellung dessen, was auf euch zukommt, aber es ging es ja auch nur darum, euch mal den groben aufbau des blogs und eines posts vorstellen zu können. nun, diejenigen, denen schon die vorstellung gefallen hat können sich auf weitere posts freuen und alle anderen sich auf die gnädige hoffnung << es kann nur besser werden >> zurückziehen !

und wie oft lest ihr so einen post ?

kling versucht drei posts pro woche, dienstag, donnerstag und sonntag. wenn mal einer fehlt, nicht grämen, wenn es mal einer mehr ist nicht jubeln. am besten neben per e-mail von neuen beiträgen informieren lassen, dann verpasst ihr nichts ...

die besserwisser unter euch werden wieder sagen, was - heute ist doch erst montag ! nun, laßt uns mit einer unregelmäßigkeit beginnen, das macht es spannend :-)

bleibt mir gewogen,
euer kling

Freitag, 12. Februar 2016



so, alles eingerichtet und ich hoffe mal, daß jetzt alles mit dem bloggen so klappt !

das wochenende gebe ich euch, damit ihr mich und meine webseite kennenlernen könnt und ab nächste woche geht´s dann los mit dem bloggen ...

erreichbar bin ich natürlich für euch via e-mail und handy, also - bis dann

herzlich willkommen auf kling´s blog



herzlich willkommen auf kling´s blog.

dies ist der blog der fachanwaltskanzlei für strafrecht kling aus mannheim.
du findest mich im web unter www.steffenkling.de ...

hier werden rund um das thema strafrecht interessante, wichtige und auch skurile informationen angeboten.

also auf bald hier im blog und / oder auf der homepage !